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Ulm

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Datum
01.04.2019

Steuererklärung 2018 – bloß nichts verschenken!

Beiträge zur Altersvorsorge und für manche Versicherungen lassen sich von der Steuer absetzen. Allerdings muss der Steuerzahler dafür an der richtigen Stelle seine Einträge machen.

Steuererklärung 2018 – bloß nichts verschenken (GettyImages/vitapix)

Dieses Jahr haben alle, die eine Steuererklärung abgeben müssen, zwei Monate länger Zeit. Erstmalig endet die Abgabefrist am 31. Juli. Wer Hilfe von Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein hat, darf sich sogar bis zum 29. Februar 2020 Zeit lassen.

Am Ende lohnt sich die Mühe. So können zum Beispiel die Beiträge zur Altersvorsorge und für manche Versicherungen die persönliche Steuerlast reduzieren. Dafür muss man allerdings wissen, wo man seine Daten eintragen muss. Wer Fehler macht, bekommt nämlich keinen Hinweis darauf vom Finanzamt. Erstattungen sind dann verschenkt. Deshalb gibt´s jetzt eine kleine Ausfüllanleitung.

Handeln trotz automatischer Datenübernahme

Vieles geht auch bei der Steuererklärung inzwischen automatisch. Wenn Verbraucher ihre Steuererklärung komplett digital ausfüllen und einreichen, übernimmt die Software direkt die Vorjahres-Daten und gibt in den meisten Fällen auch Hinweise, wenn der Nutzer etwas falsch eingibt. Zur Sicherheit gilt dennoch: Am besten alles noch einmal gegenchecken.

Beitragsinformationen zu Basis- oder Riesterrenten übermitteln die Versicherungsunternehmen automatisch an das zuständige Finanzamt – vorausgesetzt, ihr Kunde hat seine Einwilligung zu der Weitergabe erklärt und dem Unternehmen seine Steueridentifikationsnummer gegeben. Ganz wichtig: Dennoch müssen die Versicherten ihre Rentenbeiträge immer auch noch einmal in ihrer Steuererklärung angeben. Andernfalls fließt keine Erstattung.

Riester-Rente in Anlage „AV“

Riester-Sparer können pro Jahr maximal 2.100 Euro in der Anlage „AV“ ansetzen. Stehen die Angaben in diesem Formblatt, rechnet das Finanzamt automatisch nach, ob sich Sparer mit der Riester-Zulage besserstellen oder mit dem Sonderausgabenabzug.

Basis-Rente in Zeile 8

Den Jahresgesamtbeitrag zur Basis-Rente und einer eventuell daran gekoppelten Berufsunfähigkeitszusatzversicherung tragen Steuerzahler in Zeile 8 der Anlage „Vorsorgeaufwand“ ein. Achtung: In demselben Formular gibt es auch die Zeile 49 „freiwillige eigenständige Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen“. Hierher gehören aber nur die Beiträge für eine selbstständige, also nicht an eine Basis-Rente gekoppelte, BU. Also gut aufpassen.

Steuervorteil für Betriebsrenten kommt automatisch

Eine betriebliche Altersversorgung (bAV) müssen Steuerzahler nicht in ihrer Erklärung eintragen. Die Beiträge reduzieren nämlich unmittelbar das Brutto-Gehalt. Die Steuererstattung ist damit sozusagen direkt erledigt.

In der Direktversicherung sind Beiträge in Höhe von bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (BBG DRV) von der Steuer befreit (2018: 6.240 Euro). Sozialversicherungsfrei sind vier Prozent der BBG DRV (2018: 3.120 Euro Euro). Bietet der Arbeitgeber die bAV-Durchführungswege Unterstützungskasse oder Direktzusage an, kann der steuer- und abgabenfreie Förderbetrag sogar noch einmal steigen.

Kranken- und Pflegeversicherung in Zeilen 12 bis 45

Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können Arbeitnehmer für 2018 in Höhe der sogenannten Basisabsicherung vollständig in der Steuererklärung ansetzen. Diese landen in die Zeilen 12 bis 45 in der Anlage „Vorsorgeaufwand“. Übersteigen die tatsächlichen Aufwendungen den sogenannten Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen von 1.900 Euro (Selbstständige: 2.800 Euro), kann der gesamte Betrag angesetzt werden. Für Verheiratete verdoppelt sich der Betrag bei gemeinsamer Veranlagung.

Sonstige Versicherungen in Zeilen 49 und 50

Bleibt die Summe von Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträgen unterhalb des „Höchstbetrags für sonstige Vorsorgeaufwendungen“, können Steuerpflichtige diesen mit anderen Versicherungen auffüllen. Dazu zählen zum Beispiel Haftpflicht-, Unfall- oder selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung sowie Wahlleistungen in der privaten Krankenversicherung (Chefarztbehandlung, Zweibettzimmer) oder der berufliche Anteil an einem Beitrag zur Rechtsschutzversicherung. Der richtige Ort für die Einträge sind die Zeilen 49 und 50 der Anlage „Vorsorgeaufwand“.